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  • Ines Balcik

Sinn, Schreiben und Schildkröten


Die Überschrift lässt es vermuten: Das Thema Eigensinn beschäftigt mich weiterhin. Wie könnte ich auch an den beiden ersten beiden Bänden der Eigensinn-Trilogie vorbeigehen, die Maria Al-Mana bereits veröffentlicht hat (mehr zur Autorin und ihrem Eigensinn in ihrem Blog: mehreigensinn.de).


Zunächst sprach mich vor allem das Cover des ersten Teils an: ein Kompass. Wenn der nicht zu meinem schreibenden Alter Ego passt, der Bootsoma nämlich, was dann? Gelesen habe ich das Eigensinn-Kompass-Buch, nachdem ich meinen eigenen Mini-Quasi-Kompass schon veröffentlicht hatte.

Die Gedankenübertragung ging weiter: Eine Schildkröte ist auf Maria Al-Manas zweitem Eigensinn-Band zu sehen, Schildkröten stehen im Mittelpunkt des zweiten Buchs der Bootsoma. Aber zu der Zeit hatten mich Marias Gedanken zum eigensinnigen Schreiben sowieso längst gepackt.


Der zweite Band versteht sich ausdrücklich nicht als Schreibratgeber. Das empfinde ich, die ich einige Ratgeber in den letzten Jahren gelesen habe, als sehr wohltuend. Irgendwann ist es wirklich mal gut mit der Theorie des Schreibens und dem Lesen dürfen, sollen, müssen Schreibtaten folgen. Und genau beim eigensinnigen Schreiben à la Maria finde ich das, was ich in Büchern über das Schreiben vermisst habe: das fehlende Glied zwischen dem, was Leser*innen erwarten und was Autor*innen ihnen zumuten können. Für mich blieb das in herkömmlichen Schreibratgebern immer ein Widerspruch: die Erwartungen der Zielgruppe erfüllen und gleichzeitig Klischees meiden.


Mit Eigensinn löst sich der Widerspruch auf. Denn als eigensinnige Autorin darf ich Lesende da abholen, wo ihre Erfahrungswelt liegt, – und sie dann in eine neue Richtung schubsen, über Grenzen und Schubladendenken hinaus.

So ist zumindest mein eigensinniger Schreibwunsch. In der Realität bin ich von eigensinnigem Schreibkönnen weit entfernt. Gerade hier liegt der Reiz des Schreibens für mich: im Ausprobieren um des Schreibens willens.


Zurück zu Marias zweitem Eigensinn-Band, dem mit der Schildkröte. Den Spieltrieb spricht der Schreibtypentest an, der sich durch das ganze Buch zieht und dessen Auflösung mit Tieren verbunden ist. Ich war ganz sicher, dass mein Ergebnis die Schildkröte ist. Pech gehabt, die Schildkröte ist gar nicht dabei!

Mehr verrate ich nicht, nur so viel: Vergnüglich ist der Test auf jeden Fall. Und die Lektüre des ganzen Buchs sowieso. Ich freue mich auf den dritten Band.

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